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Schenkt mir ein Glas Kindheit. Ich bin nur einmal diese eine Mutter.

Es ist 0:40. Im Bett ist es warm und aus allen Ecken schnorchelt es genüsslich. Ich muss mir ein kleines Plätzchen frei schaufeln, einen kleinen Fuß zur Seite schieben und eine andere kleine Hand vorsichtig bei Seite legen, bevor ich es mir ebenfalls gemütlich machen kann. Ich liege noch lange wach und mir wird bewusst wie glücklich ich bin. Wie vollkommen. Wird es jemals eine Zeit geben, in der ich genauso glücklich sein kann? Ich habe meine drei liebsten Menschen bei mir und ich kann mir in diesem Moment nicht Schöneres vorstellen. Ja, es gibt diese Momente, in denen ich mir nichts mehr wünsche. In denen ich einfach nur glücklich und zufrieden mit meinem Leben bin. Weil ich weiß, dass wir zusammen sind und das es einfach nichts Bedeutenderes gibt.

Uns steht schon bald eine sehr aufregende Zeit bevor. Man merkt es deutlich. Es werden Pläne gemacht, es wird gerechnet, organisiert und geträumt und ich finde es bemerkenswert wie harmonisch es trotz der anstehenden Veränderungen in unserer Familie  abläuft. Ich hatte nämlich die Befürchtung, dass es dadurch zu einem großen Durcheinander kommen würde. Aber ganz im Gegenteil. Es ist einfach so unfassbar schön, dies alles gemeinsam mit der Familie zu planen.

Nun liege ich hier mit meinen beiden Goldkindern und meinem Herzmann. Ganz dicht liegen wir aneinander und unsere Herzen schlagen verschieden schnell und doch im gleichen Takt. Manchmal will ich diese Momente in ein kleines Glas einfangen, es ganz schnell verschließen, damit ich es immer bei mir habe und diese kleinen Erinnerungen niemals verloren gehen.

Ich habe Angst, denn ich befürchte, dass diese schöne Zeit schneller vorbei sein wird, als ich es mir wünsche. Derzeit sauge ich sie mit allen Sinnen auf, genieße jede einzelne Sekunden und vermisse meine Kinder auch wenn sie in meiner Nähe sind und ich daran denke, dass ich sie morgen wieder in die Schule und in die Krippe bringen muss. Eigenartig oder?

Diese eine Mutter, welche die Kinder gerade jetzt ganz besonders brauchen. Sie brauchen meine Nähe, meine Wärme, meine Worte und besonders meine Liebe mehr als je zu vor. Ich bin dankbar für diese Erkenntnis. Nie war sie stärker als jetzt.

Das Leben besteht aus allerlei Prüfungen. Jeden Tag auf´s neue wagen wir Schritte, probieren Dinge aus und wägen ab, ob sich die Waage zwischen Beruf, Familie und Freunden hält. Und diese Prüfungen müssen sein, wir müssen manchmal sogar scheitern um zu erkennen, was uns wichtig ist und worin unsere Prioritäten liegen.

 

Weil unser Alltag meistens nicht selten anstrengend und chaotisch ist, legen wir enorm viel Wert auf ein ruhiges, entspanntes Wochenende. Und ich kann nur sagen, ich liebe unsere Wochenenden und ahne jetzt schon, dass wenn ich später einmal an diese wundervollen Tage zurück denke, mein Herz sich voller Glück aber gleichzeitig auch Schmerz vor der Sehnsucht nach all dem zusammen ziehen wird.

Die Sehnsucht nach stundelangen Kuschelpartys in unserem Bett. Die Sehnsucht nach den selbstgebauten Buden mit unseren Sofakissen und –decken in unserem Wohnzimmer. Die Sehnsucht nach den unzähligen Pfannkuchen sonntags zum Frühstück. Die Sehnsucht nach den Tagen, an denen wir bis 4 Uhr nachmittags mit Schlafanzug durch die Wohnung getanzt sind. Die Sehnsucht nach den langen Spaziergängen im Schnee, mit roten Nasen und kalten Füßen. Die Sehnsucht nach der Tasse Kakao danach, zusammen gekuschelt unter einer Decke. Die Sehnsucht an all diesen schönen Erinnerungen, die das Wochenende mit sich brachten und noch mit sich bringen werden.

Und hat man auch mal ein Wochenende, an dem man unterwegs ist, Besuch hat oder wichtige Termine im Kalender stehen, sind es doch genau diese Momente daheim, welche einen prägen und woran man sich am liebsten zurück erinnert. Momente, die man ausschließlich mit seinen Kindern teilen möchte um eines Tages zu sagen: Ich habe die Zeit genutzt und genossen.

 

Und wenn ihr groß seid und ich mich einsam fühle, dann werde ich das Glas aus dem Schrank holen, den Deckel für einen klitzekleinen Moment öffnen, die Augen schließen und an diese zauberhafte Zeit zurückdenken, an denen ihr noch so klein gewesen seid. Und dann ich werde noch einmal diese eine Mutter sein.

 

Danke für diese wundervolle Zeit mit euch und die, die noch kommen wird.

Ihr seid alles für mich und noch mehr.

Mama

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4 Kommentare zu „Schenkt mir ein Glas Kindheit. Ich bin nur einmal diese eine Mutter.

  1. Soo schön geschrieben ❤
    Mir geht es ähnlich, viele Sachen möchte man echt einfangen und dann und wann hervorholen.
    Dieses Gefühl nachts kenn ich zu gut und da empfinde ich immer große Dankbarkeit- die Liebsten liegen neben mir und das zählt!
    Liebe Grüße

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