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Gedanken im Herbst. „Mama, ich vermisse dich.“

Draußen ist es kalt. Dunkel. Bei uns brennen Kerzen, es duftet nach Zimt, Mandarinen und Lebkuchen.


Ich sitze auf der Couch, eingekuschelt in meine Lieblingsdecke, mein Tasse Tee in greifbarer Nähe und muss an meine Mutter denken. Ich fühle mich merkwürdig einsam, wo doch über und neben mir zwei kleine Erbsen genüsslich vor sich hinschnorcheln. Bis vor einer Stunde wurde hier noch laut getobt, getanzt, Stühle hin und hergeschoben und gefühlt 100 Kleider an und wieder ausgezogen. 


Doch jetzt. Ruhe. Ich schalte den Fernseher ein um mich von der unbehaglichen Stille zu befreien. 

Mama. Wie war das bei dir? Du warst auch so oft allein. Wie hast du dich gefühlt? War es wie bei mir? 

So oft in letzter Zeit muss ich an dich denken. Vieles kann ich nun, wo ich selbst Mutter bin, besser nachvollziehen. Wie hast du das nur geschafft? Ich ziehe meinen Hut vor dir!

Ich vermisse dich. Sehr sogar. Oft möchte ich mit dir reden, dir jede einzelne Sekunde von meinem Tag erzählen, weil du die Person bist, die mich am besten kennt. Doch oft bin ich müde, kaputt und einfach nur erleichtert die paar Minütchen zu genießen, die mir vom Tag noch bleiben. Meist nehme ich mir vor, ich rufe morgen an oder am Wochenende. Viele Tage vergehen, bis wir uns hören und dann muss oft auch noch alles sehr schnell gehen. 

„Ich muss jetzt Lola abholen, wir quatschen später.“, oder „Ich muss noch die Wäsche machen, saugen und die Küche aufräumen, ich meld mich morgen.“

Und jetzt sitze ich hier und hätte dich einfach gern bei mir. Möchte mit dir bis in den frühen Morgen erzählen, so wie früher. Möchte Ratschläge, Anregungen und Lebensweisheiten von dir hören. 

Du fehlst mir.


Doch ich merke, wie gut es auch ist, mit vielen Dingen allein fertig zu werden. Vielleicht soll es so sein. Es macht mich stark und unabhängig. Ich lerne aus Fehlentscheidungen. Ich wachse an meiner Eigenständigkeit. Und doch fühl ich mich manchmal hilflos und wünsche mir meine Mama, die mich vielleicht wieder ein Stück weit beschützen kann.

Heute hat es das erste Mal geschneit. Die kleine Erbse hat das erste mal Schnee gesehen und gefühlt. Es war unbeschreiblich sie bei dieser Entdeckung zu begleiten. Das erste was ich tat, war es dir zu schreiben. Weil ich wusste, wie es dir damals ging.

Ich denke oft an dich. Du bist zwar nicht ganz so nah bei mir und doch begleitest du mich in fast jeder Lebenslage. Weil ich weiß, wie du warst, als auch ich noch ein Kind war. 

Ich liebe dich sehr.

Komm doch mal wieder auf ein Tässchen Tee vorbei.


Liebste Grüße 

Tina

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