Kinderträume · Leben mit Kindern

Von „Muss-Kindern“, Träumern und richtigen Entscheidungen

Dieser Beitrag ist meinem Kind gewidmet. Dem großen Turbomädchen. Ein „Muss- Kind“. Das heißt, sie müsste eigentlich dieses Jahr mit 5 eingeschult werden.
Bis vor ein paar Wochen waren wir auch der Meinung, dass sie das schaffen könnte. Und in dem Wort „schaffen“ sahen wir dann die Problematik. Sie ist 5. Sie muss nichts schaffen, wenn sie es noch nicht muss.
Komischer Satz und für euch vielleicht nicht ganz verständlich, aber ich werde es erklären, so wie ich aus der Sicht einer Mutter sehe.

 

Es gibt Ausnahmen..

Ich finde schon jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem ich merke, dass mein Kind unbewusst unter Druck gesetzt wird. Hört sich so negativ an. Also eher gesagt würde es gefördert werden, um auf den Kenntnisstand eines 6-, oder 7-jährigen Kindes zu kommen.
Es gibt Ausnahmen. Definitiv. Es gibt diese Kinder, die unbedingt in die Schule müssen, weil sie nach den geistigen, persönlichen und kognitiven Fähigkeiten zu urteilen einfach schulreif sind.

Lola ist 5..

Wir haben uns dagegen entschieden. Nach der Schuluntersuchung wurde zwar die Schulreife bestätigt, jedoch fanden wir es sehr wichtig uns auch die Meinung der Erzieher und der pädagogischen Fachkräfte der Schule einzuholen.
Lola ist 5. Sagt eigentlich schon alles oder? Wenn einem gesagt wird, dass sein Kind in vielen Dingen noch sehr langsam ist, verträumt und nicht ganz bei der Sache ist, ist man im ersten Moment ja schon etwas angefressen. Geb ich zu. War ich auch.

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Ich kann gut backen und Wäsche sortieren..

Lola ist absolut sprachbegabt, kommunikativ, weltoffen, fröhlich und interessiert an Dingen, die ihr gefallen. Aber es gibt auch immer mal wieder Dinge, die ihr nicht gefallen. Gab es damals bei mir auch. Da war es Mathematik. Scheinbar wurde diese Vorliebe vererbt. Es tut mir leid mein Kind.
Dafür kann ich heute sagen, dass ich gut backen kann. Ich kann gut Wäsche sortieren und kann dir zeigen, wie man in der Diskothek am schnellsten an die Bar kommt. By the way  kann ich so ein bisschen kaufmännischen und wirtschaftlicher Krams sicherlich auch noch zu 30% vermitteln. Rechnungswesen ok. Aber komm mir niemals mit Dezimal und Bruchgedöns. Never..

 

Darf ich vorstellen? Von Beruf Träumerin..

Also, ich möchte damit sagen, du musst noch nichts abliefern. Das ist mir klar geworden. Schule wird dich noch oft genug ankotzen. Warum dann schon jetzt? Wo du noch Schnecken im Wald sammelst, den Regenbogen bewunders, Regentropfen zählst, Barfuß über die Wiese läufst, nackig durch den Garten rennst und dich ein Keks freust, wenn du statt zwei, drei Kugeln Eis essen darfst. Du bist 5 und eine Träumerin. Es reicht, wenn die Lehrer dir nächstes Jahr die Ohren lang ziehen. Denn das werden sie. Da bin ich mir sicher bei dir.
Das, worauf ich hinaus will ist eigentlich, dass jede Mutter und jeder Vater ganz individuell entscheiden muss, ob das Kind in die Schule kommt oder nicht. Und sich nicht von anderen Leuten (ausgenommen den Erzieherinnen) beeinflussen lassen sollte. Ich hab dieses viel zu oft getan und war am Ende hin und her gerissen. Die anderen Leute können die ganze Situation nämlich mal kein bisschen einschätzen, aber es soll ja Menschen geben, die mein Kind besser kennen als ich. Tzzz..

 

Hört auf euer Herz und versucht den Verstand mit einzuladen..

Entscheidet mit Verstand aber auch mit Herz und fragt euch, ob es langfristig gesehen nicht die bessere Entscheidung ist, eurem Kind noch eine kleine Pause bis zum Schulstart zu gewähren, wenn dies möglich ist.
Durchaus gibt es Kinder, die im Alter von 5 Jahren in die Schule gehen können und sogar sollten. Ich habe von einigen Fällen gehört, wobei viele dieser Kinder jetzt sogar mit an der Spitze der besten Schüler stehen. Respekt. Auch diese Entscheidung ist schwierig als Eltern zu treffen, das Potenzial zu erkennen und Unterforderung im Kindergarten zu vermeiden. Kann nämlich auch mächtig nach hinten losgehen.

 

Vorschule ist eine super Alternative..

Ich bin mächtig stolz auf meine Große, dass sie so wunderbar mit der doch sehr spontanen Entscheidung umgeht. Denn man muss dazu sagen, dass all ihre Freunde nun einen anderen Weg gehen.
Bei uns gibt es noch die Möglichkeit, dass die Kinder bis zu der offiziellen Einschulung ein Jahr in der Vorschule betreut werden. Das ist für uns eine super Alternative. Viele Kommunen haben dieses System der Vorschule, welches früher nur bestand, abgeschafft. Das finde ich schade, denn aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass dies eine super Vorbereitung auf den Ernst des Lebens war.
Meine kleine Lola. Du bist 5 und zwar ein „Muss- Kind“, dennoch finde ich, dass du noch früh genug anfangen wirst Dinge tun zu müssen. Nun darfst du noch ein Jahr spielen, toben und träumen. Auf diesem Weg begleiten wir dich und dieses Jahr wird schneller vorüber gehen als du denkst. Auch du wirst bald ein Schulkind sein, bis dahin genieße die Kindheit noch in vollen Zügen.

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Stadtkindgrüsse
Tina
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