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#blogparade #schwangerschafts-, stilldemenz lässt grüßen 


Nätti von Bilderbuchbaby hat zur Blogparade aufgerufen zum Thema Schwangerschaftsdemenz und äh … dingens … Stilldemenz! Da hat es sofort bei mir geklingelt, denn ich kann mich nur zu gut an diese Zeit zurückerinnern und mir fallen auf Anhieb mehrere Situationen ein, welche ich wohl niemals aus meinem Gedächnis streichen kann. Und bislang hat auch noch niemand etwas davon erfahren, aus gutem Grund!

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Ich teile dieses (Leid) nicht allein. Das kann ich bestätigen. Denn nach zahlreichen Gesprächen mit anderen Mamis bin ich wohl noch ein recht „harmloser Fall“. Wenn man so einigen Erlebnisse lauscht, müsste man denken, dass manchen Muttis aufgrund der Schwangerschafts-, und Stillhormone das Gehirn einmal komplett resettet wurde und da einfach nur noch Leere existiert. Teilweise sind wir mit Lachkrämpfen und tiefrotgefärbten, tränenüberströmten Augen aus unseren Babykursen gekommen. Es war wirklich sehr amüsant, was da so alles zum Vorschein kam.

Aber nun möchte ich gerne von einer meiner Storys berichten und ich bitte euch jetzt schon einmal um Vergebung und Verständnis. Unter anderen Umständen wäre mir das wohl nie passiert.

Meine Hauptbeschäftigungen waren Fernsehen, Lesen und Essen..

Es ereignete sich an einem Tag, an den ich mich nicht mehr erinnern kann. Es war kalt und hat geschneit. Das kann ich sagen. Ich brachte wie jeden Morgen meine Große in den Kindergarten. Dann machte ich mich an den Haushalt. Klein Lotti müsste um die 4 Monate gewesen sein. Ich stillte also noch voll. Unser Alltag spielte sich hauptsächlich in unseren 4-Wänden ab, da von Rhytmus noch nicht wirklich die Rede war. Da war es zu Hause dann einfach entspannter. Zwischendurch gingen wir spazieren, kuschelten auf dem Sofa und wenn Lotti schlief, nahm ich mir die Zeit und schaute Fern, las Bücher oder aß. Das waren so grob meine Hauptbeschäftigungen zu dieser Zeit und ich schäme mich keineswegs dafür. Denn erstens musste auch ich diese Zeit nutzen, um neue Kraft zu tanken und zweitens war es mir wichtig für meine Kinder ausgeglichen und entspannt zu sein wenn sie mich brauchten.

Der Weg zum Supermarkt

Nun jedenfalls verbrachten wir einen recht entspannten Tag. Zwischendurch vergaß ich mal den Wasserhahn abzustellen, die Kühlschranktür zu schließen oder wenn mich jemand anrief, aufzulegen. Aber das war alles schon gängig und nichts besonderes mehr. Mein Umfeld hatte sich super darauf eingestellt und ist in meinem Beisein doppelt aufmerksam gewesen, in jeder Hinsicht.

Meine Kleine und ich machten uns gegen 14:00 auf zum Kindergarten um Groß Lola abzuholen. Wir gingen an diesem Tag mit dem Kinderwagen los, denn da freute sich Lola immer, dass sie noch ein bisschen durch den Schnee stapfen konnte.

Zu dritt gingen wir dann noch in den Supermarkt um’s Eck und besorgten ein paar Dinge. Als ich bezahlt hatte machten wir uns auf den Weg nach Hause. Ich ging gut 10 min, als auf einmal das Gefühl in mir hochstieg, etwas vergessen zu haben.

Nichts Neues. Ich blieb also stehen und checkte, ob ich mein Handy, Portmonai und mein Schlüsselbund bei mir hatte. Alles da. Ich verharrte so einen Moment am Fleck und kramte in meinem Gehirn nach einer Antwort auf meine Frage. Es war so still. Und da fiel es mir auf! Ich hatte Lola nicht bei mir.

„Scheisse!!!!“ Innerhalb von 3 Minuten war ich zurück am Supermarkt. Es kam mir auf einmal vor, als wäre ich Stunden gegangen. Schweißgebadet. Den Tränen nah und voller Scham stand ich an der Kasse und schrie aus Leibeskräften nach meinem Kind. Das halbe Dorf starrte mich entsetzt an. War ich das gerade? Ja.

Und da hörte ich sie. Ganz vorsichtig sagte sie: „Mama? Warum schreist du so?“ Lola stand ganz gemütlich am Zeitungsregal und blätterte in der neuen „Prinzessin Lillifee“. Ich konnte es nicht glauben! Hatte sie nicht gemerkt, wie ich gegangen war? Mein Gott. Mir ging es hundeelend. Ich schämte mich so sehr! Am meisten aber vor mir selbst, dass mir so etwas passiert war, womit ich nie gerechnet habe.

Lola war sehr kooperativ und versuchte mich auf dem gesamten Weg nach Hause zu beruhigen und zu trösten. Ich entschuldigte mich mindestens 100 Mal und versprach ihr hoch und heilig, dass es nie wieder vorkommen würde. Und das tat es bis heute auch nicht. Jetzt achte ich  dreimal mehr darauf, dass ich sie beim Verlassen eines Geschäftes immer dabei habe.

Mal gut, dass wir auf dem Dorf wohnen und hier jeder jeden kennt. Also habt Erbarmen mit einer armen Stillmami. Meine Große hatte es.

Ich liebe dich Lola.
Stadtkindgrüsse

Tina

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2 Kommentare zu „#blogparade #schwangerschafts-, stilldemenz lässt grüßen 

  1. Hallo Tina,

    du hast mich mit deinem Text voll mitgerissen! Oh man, selbst in mir stieg grad beim Lesen eine leichte Panik auf. Puh, zum Glück ist alles gutgegangen. Da pocht echt das Mama-Herz in solchen Situationen. Was hat die Natur sich dabei nur gedacht 😉
    So wahnsinnig solche Situationen auch sind, im Nachhinein ist es immer irgendwie sehr lustig.

    Witzig, hab grad gelesen, dass du schon 26 Mal umgezogen bist. Und ich dachte immer ich wäre oft umgezogen mit meinen 10 Umzügen …

    Ganz liebe Grüße,

    Nätty

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  2. Ich lach mich tot :-DDD

    Ich hab die Situation bildlich vor Augen… Du voller Panik und Loli völlig cool in ihrer Zeitung versunken… Mama, was schreist du denn so…

    Ich Krach mich weg… 😀

    Deine Sonnenkäferin

    2 Herzen 1 Seele

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